Wir beide

Du kannst dir nicht vorstellen, wie viel du mir noch bedeutest. Immernoch.

Es ist so viel Zeit vergangen. Zeit, in der ich viel über uns nachgedacht habe. Eigentlich wollte ich es nicht. Weil die vielen verschiedenen sich ständig widersprechenden Gedanken mich verwirren. Und ich danach genauso wenig weiter weiß wie davor. Es ist so, wie nach jedem unserer Auseinandersetzungen. Nur diesmal weiß wahrscheinlich keiner von uns zwei so wirklich, warum es so ist wie es jetzt nun mal ist.

Entweder wir belassen es dabei, ich schick den Brief am besten niemals ab, wir reden nie wieder miteinander und vergessen uns nach ein paar Wochen, Monaten, Jahren wieder. Auch wenn ich das wahrscheinlich niemals tun kann. Wir leben einfach – ohne einander.

Oder einer von uns geht den Schritt, der der alles verändern könnte. Und wir werde weiterkommen in unserer Freundschaft. Einfach eine Fortsetzung schaffen. Oder das mit uns endet einfach wieder da wo wir jetzt sind. Aber ich denke das größte Problem ist einfach, dass keiner von uns diesen Schritt gehen will, weil wir beide Angst davor haben verletzt zu werden. Angst vor dem Gefühl, welches in unserer Freundschaft einfach immer irgendwo war. Dieses dominante Gefühl, das keiner genau kennt, niemand genau definieren kann aber doch irgendwie immer da war.

Oder es sind die Erinnerungen. Die, die uns jedes Mal zweifeln lassen, ob wir wirklich zusammenhalten können. Vielleicht ist es aber auch die Furcht davor, Fehler ein zugestehen, die wir beide gemacht haben. Und es will sie einfach keiner zugeben. Weil wir beide versagt haben in unserer Freundschaft – wir beide.

 

Aber es verunsichert mich. Weil all diese Gedanken und Tatsachen nun mal da sind, Fakt sind. Selbst wenn ich eine Pro- und Contraliste erstellen würde, ich wüsste auch dann nicht, was ich machen soll. Weil einfach alles gleich ist und sich alles widerspricht. Denn was würdest du hören wollen, sollte ich mich bei dir melden? Soll ich so tun, als wäre nichts gewesen, als wäre es selbstverständlich, dass wir wochenlang keinen Kontakt hatten? Oder soll ich mich entschuldigen, für was auch immer? Wie soll mir etwas leid tun, was einfach nie da war oder worüber ich mir nicht im klaren bin? Aber der Gedanken, dass ich es nicht einmal wage, dir zu schreiben, ist trotzdem da - er ist immer da. Und er macht mir Angst, weil wir dadurch die Fortsetzung verspielen könnten.

 

Ich mein, was ist das für eine Freundschaft, wenn sie nicht einmal so was aushält. Ein kleiner Streit, der nie notwendig gewesen wäre, den man sich genauso gut hätte sparen können und der vielleicht nicht mal wirklich existiert hat. Denn wenn wir uns wirklich so mögen würden, wie wir es uns gegenüber immer gesagt haben, dann frag ich mich ernsthaft ob wir beide uns nicht gegenseitig angelogen haben – jedes Mal aufs Neue. Ich weiß, dass es nicht so ist, aber warum sollte es sonst so enden?

 

Ich weiß nicht, wie es dir geht oder was du machst. Ob du glücklich bist oder sogar noch glücklicher ohne mich. Ich denke, dass wir beide Erinnerungen und Gefühle in uns tragen, die da einfach sind und die wir auch immer in uns tragen werden. Aber ich will wissen, was du denkst. Ich will noch einmal mit dir reden, auch wenn es das Letzte mal sein sollte, wenn du es nicht weiter willst. Aber ich will wenigstens noch einmal „auf Wiedersehen“ sagen.

 

Du fehlst mir. Du fehlst mir so sehr, dass es manchmal weh tut. Und es ist kein „du fehlst mir“ weil mein Unterbewusstsein davon überzeugt ist, dass es richtig sei dich zu vermissen. Es ist da, weil ich jeden Tag an dich denken muss. Und weil ich nicht mit dem Gedanken klarkommen, dass das hier so was wie das Ende sein soll, ohne die Chance genutzt zu haben es wenigstens zu versuchen uns wieder zusammen zuraufen. Auch wenn es vielleicht niemals so werden wird, wie jemals zuvor.

Ich werde das Gefühl nicht los, dich verloren zu haben.

 

Also mach was du denkst, es wird das Richtige sein. Oder mach nichts, auch das wird Richtig sein. Aber ich will, dass du weißt, dass ich nach wie vor für dich da bin. Wenn du mich brauchst, dann ruf mich, ich werde da sein – immer. Denn es ist mir egal was passiert ist.

 

Kann es sein, dass sich zwei Menschen, die sich einst so sehr mochten und vielleicht auch noch, sich einfach nicht mehr verstehen?

Wenn wir beide davon überzeugt sind, dass es nicht so sein kann, dann lass es uns noch mal versuchen. Denn wir haben nur dieses eine Leben.

3.8.10 00:38

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